Recycle: Vorbereitet auf die Zukunft

Wenn aus einer Verpackung wieder eine Verpackung wird

Recycling hält das verwendete Material im Kreislauf und vermeidet Abfall. Die Kernidee dabei ist, im Idealfall etwa aus einem Joghurtbecher wieder einen Joghurtbecher zu machen – und eben nicht den sprichwörtlichen Blumentopf.  Diesen höchstmöglichen Anspruch wollen wir im Lebensmittelbereich stellen. Um dieses Ziel zu erreichen sind fundamentale Durchbrüche in der Branche notwendig – vom Verpackungs-Design über die Abfallsammlung bis hin zum Recycling selbst. Diese müssen gemeinsam entwickelt werden, darum fordern wir unsere Partner auf:

Join the Circular Revolution!

Recycling bringt seine eigenen technischen und regulatorischen Herausforderungen mit sich. Deshalb ist es so wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um die Kreislaufwirtschaft weiter zu stärken. Hier geben wir Ihnen einen Überblick und Beispiele zu den Themen:

Auf die Recyclingfähigkeit kommt es an

Entscheidend ist die Optimierung der Recyclingfähigkeit von Anfang an – Stichwort Design for Recycling. Während Monomaterial-Lösungen ideal in den Recyclinganlagen weiterverwendet werden können, so lassen sich nicht alle Verpackungen aus nur einem Material herstellen. Auch hier ist also Innovationsgeist gefragt – wie beim K3® r100-Becher, dessen Kartonwickel sich im Prozess der Abfallentsorgung selbständig vom Kunststoff-Becher trennt.

Einige wichtige Faktoren für die Beurteilung der Recyclingfähigkeit:

  • Verwendung von Materialien mit vorhandenen Recycling-Infrastrukturen (von Land zu Land unterschiedlich)
  • Nach Möglichkeit Nutzung eines einzigen Materials (Monomaterial)
  • Einfache Trennung der Materialien, falls Monomaterial nicht gewünscht oder möglich
  • Sparsamer Einsatz von Barriere-Materialien
  • Dekorationsfläche reduzieren oder trennbare Alternative einsetzen
  • Verwendung EuPia-konformer Druckfarben
  • Detektierfähigkeit sicherstellen (zum Beispiel auf Carbon Black verzichten)
  • Sortierfähigkeit optimieren, etwa durch sparsamen Einsatz von Etiketten
  • Entwicklung von Verpackungen, die komplett entleert werden können
Mit unserer eigenen Forschung haben wir uns ein großes Know-how erarbeitet, auf dessen Grundlage wir die Trends im Bereich Recycling verfolgen und entsprechende Produktideen entwickeln.

Drei regulatorische Trends

Diese drei regulatorischen Trends sollten Sie verfolgen:
  1. Lizenzgebühren für das Duale System abhängig von der Recyclingfähigkeit
  2.  Steuern für den Verbrauch von Virgin-Kunststoff
  3.  Feste Vorschreibung von Mindestanteilen recyclefähigen Materials

Mechanisches Recycling

Denkt man an Recycling, so denkt man heute vor allem an das mechanische Recycling, auch werkstoffliches Recycling genannt. Es ist das derzeit gängigste Verfahren. Dabei wird aus Kunststoff-Abfall ohne Aufspaltung der chemischen Verbindungen wieder Rohstoff gewonnen, aus dem dann wiederum Produkte hergestellt werden können. Ziel ist es dabei, möglichst die Qualität zu erhalten und gleichwertige Produkte herzustellen.

Gerade im Lebensmittelbereich müssen die verwendeten Rohstoffe höchsten Anforderungen genügen. Derzeit ist nur Recycling-PET für unsere Kernanwendungen im Lebensmittelbereich zugelassen. An r-PP, r-PS und r-HDPE für Lebensmittelverpackungen wird intensiv gearbeitet. Auch wir sind dabei an vielen Projekten mitzuwirken, um die Etablierung dieser Materialien zu erreichen.

Im Non-Food-Segment liefert Greiner Packaging bereits Produkte aus r-PP – zum Beispiel die preisgekrönten Verpackungen für Henkel mit 50 % r-PP-Anteil.

Der aktuellste Trend: Verpackungen aus r-PET

Produkte aus recyceltem PET sind für den Lebensmittelmarkt verfügbar. Wir arbeiten stetig an Innovationen, die hervorragende Produkteigenschaften mit einem Anteil von bis zu 100 % r-PET-Material kombinieren.

Sie haben Fragen zu r-PET und Ihren Optionen?

Wir sind gerne für Sie da.

Peter Fessl
Director Operations Recycling

Chemisches Recycling

Das derzeit gängige Verfahren im Bereich des Recyclings ist das mechanische oder werkstoffliche Recycling. Dagegen steckt das chemische oder rohstoffliche Recycling zwar noch in den Kinderschuhen, bietet aber großes Potenzial gerade auch für den Einsatz von recyceltem Kunststoffmaterial jenseits von PET im Food-Bereich. Bei diesem Verfahren wird aus Kunststoffabfall in einem fortschrittlichen Prozess das gleiche Ausgangsmaterial für die Kunststoffproduktion hergestellt, wie es auch aus dem Rohöl gewonnen wird. Damit ist die Qualität des Produkts identisch mit der von Virgin-Kunststoff.

Dabei gibt es derzeit zwei Herausforderungen:

  • Die CO2-Bilanz des Prozesses ist noch nicht optimal, weil dafür viel Energie benötigt wird. Das macht das Material außerdem heute noch relativ teuer. Da die Prozesse ständig weiterentwickelt werden, könnte sich dies aber bald ändern.
  • Die produzierten Kunststoffe werden oft nicht physisch getrennt werden: Da das Rohmaterial aus recyceltem Kunststoff identisch mit dem aus Rohöl hergestellten ist, laufen beide in der Produktion über dieselbe Anlage. Somit lässt sich nicht eindeutig sagen, welcher Kunststoffanteil aus welcher Quelle kommt. Abhilfe schaffen hier Massebilanz-Systeme, also Zertifizierungssysteme wie ISCC PLUS, die dem Konsumenten die Sicherheit geben, dass eine Mindestmenge Kunststoff aus nicht-fossilen Quellen in der Herstellung verwendet wurde.

Greiner Packaging arbeitet bereits an konkreten Projekten, die es unseren Kunden ermöglichen, ein entsprechendes ISCC PLUS-Label zu führen. Es lohnt sich, das Thema chemisches Recycling im Blick zu behalten, um sich gut für die Zukunft zu positionieren.

Lassen Sie uns ins Gespräch kommen.
Ihr Ansprechpartner:

Florian Aschermayer
Global Senior Expert Sustainable Material Excellence

Übersicht: Alternative Materialien

r-PET ist unter den Kunststoffen derzeit das einzige post-consumer Recycling-Material, das mechanisch recycelt werden kann und gleichzeitig über eine positive EFSA-Opinion verfügt (mit Ausnahme kleiner spezieller Materialkreisläufe).

Somit steht uns für unsere Anwendungsbereiche in bei Lebensmittel-Verpackungen derzeit nur dieses Recycling-Material zur Verfügung.

Greiner Packaging Produkte:
  • Flaschen
  • Deckel
  • Trays
  • Blister
  • Becher
Verfügbarkeit:
  • Non-food Produkte: erhältlich
  • Food-Produkte: erhältlich
Es sind erste limitierte r-HDPE-Typen mit der US amerikanischen Lebensmittelzulassung FDA und Kleinmengen mit positiver EFSA-Bewertung am europäischen Markt verfügbar.
Mechanisches Recycling von r-PE ist bereits möglich, das Material kann aktuell etwa für Verpackungen einiger Kosmetikprodukte zum Einsatz kommen. Chemisches Recycling wird voraussichtlich in den nächsten Jahren relevant.

Greiner Packaging Produkte:
  • Shampoo-Flaschen
  • Reinigungsmittel-Verpackungen
Verfügbarkeit:
  • Non-food Produkte: einfach erhältlich (mit Qualitäts-Einschränkungen)
  • Food-Produkte: sehr limitiert erhältlich
r-PP aus mechanischem Recycling verfügt über keine positive EFSA-Bewertung und ist somit aktuell nicht für den Lebensmittelkontakt geeignet. Mechanisch recyceltes PP könnte aktuell aber durch Einsatz einer funktionellen Barriere Anwendung für den Lebensmittelkontakt finden. Erste Mengen r-PP aus chemischem Recycling zeigen den Weg für die Zukunft, industrielle große Mengen werden aber voraussichtlich erst in einigen Jahren verfügbar sein.

Verfügbarkeit:
  • Non-food Produkte: einfach erhältlich (mit bestimmten Qualitäts-Einschränkungen etwa bei Farben)
  • Food-Produkte: r-PP aus chemischem Recycling (Pyrolyseverfahren) in Kleinmengen mit positiver EFSA-Bewertung bereits erhältlich
Nach positiven Challenge Tests wurde bereits ein Dossier für eine EFSA-Opinion zu mechanisch recyceltem PS verfasst. Solange es allerdings kein positives EFSA-Statement gibt, könnte mechanisch recyceltes PS nur unter gewissen Voraussetzungen für Lebensmittelanwendungen zum Einsatz kommen. Erste Tests mit 100 % post-consumer Recycling Material waren allerdings sehr vielversprechend. Kleinmengen aus chemisch recyceltem PS sollten 2021 bereits zur Verfügung stehen.

Greiner Packaging Produkte:
  • Technische Teile
  • Blister
Verfügbarkeit:
  • Non-food Produkte: einfach erhältlich (mit Qualitäts-Einschränkungen)
  • Food-Produkte: bio-circular PS aus organischem Abfall für Spezialitäten ist bereits erhältlich (Massebilanz).
Fossile Kunststoffe bestehen aus Erdöl. Nicht-fossile Kunststoffe können sehr unterschiedliche Quellen haben. Dazu zählen: Biomasse, organischer Abfall, Zellulose, Stärke, Zuckerrohr usw. Die Rohstoff-Basis wird nach Generationen eingeteilt:
  • Roh-Material erster Generation: Primärfrucht aus der Produktion, etwa Maiskorn. Dafür sind eigene Anbauflächen nötig.
  • Roh-Material zweiter Generation: Sekundärfrucht aus der Produktion, etwa Blätter und Stängel. Es handelt sich um Abfall. Es werden keine eigenen Anbauflächen benötigt.
  • Roh-Material dritter Generation: organischer Abfall und Produktions-Abfall. Eigene Anbauflächen werden nicht benötigt.
Nicht-fossile Kunststoffe lassen sich in unterschiedliche Kategorien einteilen – etwa vegetarisch, vegan oder halal. Nicht-fossile Kunststoffe können, müssen aber nicht kompostierbar sein. Ebenso gibt es bio-circular Kunststoffe, die recyclebar sind, das hängt vor allem vom Vorhandensein eines Recyclingstroms ab.

Verfügbarkeit:
  • Bio-circular  PP, PS und PE meist, aber nicht nur, auf Massebilanz-Basis  mit Lebensmittelzulassung ist bereits erhältlich.
  • PET mit einem Anteil von 30% bio-circular Inhalt ist erhältlich. Es enthält Zuckerrohr aus Taiwan.
Fair Plastic basiert auf dem Gedanken, die Küstenregionen dieser Welt von angeschwemmtem Plastikmüll zu befreien und gleichzeitig Materialströme zu sichern: Das Prinzip dahinter ist ebenso einfach wie sozial. Organisationen wie Plastic Bank® initiieren und koordinieren Sammelprozesse des Plastikmülls, dessen Sortierung und Aufbereitung vor Ort, bevor der Transport zur Weiterverarbeitung in neue Kunststoffprodukte bei Produzenten wie Greiner Packaging erfolgt. Das schafft einerseits Bewusstsein für den Wert von Kunststoff, garantiert den Sammlern vor Ort ein sicheres Einkommen und trägt dazu bei, nachhaltige Verpackungen mit einem verbesserten CO2-Footprint herstellen zu können.

Verfügbarkeit:
Aktuell sind bereits unterschiedliche Recyclingmaterialien aus Fair Plastic verfügbar. So etwa r-PET mit Lebensmittelzulassung und r-PP, sowie r-HDPE für Non-Food-Verpackungen wie z.B. für Reinigungsmittel oder Haushalts-Chemikalien.

Kommen wir ins Gespräch!

Profitieren Sie von unserem Know-how beim Thema Recycling. Kommen wir ins Gespräch!

Konrad Wasserbauer
Director Circular Economy

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