Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft

Neue Multipack-Joghurtbecher aus PP

25.03.2021 | 3 Minuten Lesezeit
Julie Eller

Auf Ersuchen mehrerer britischer Einzelhändler hat Greiner Packaging in den vergangenen zwei Jahren Multipacks aus Polypropylen (PP) entwickelt. Auch den bei Konsumenten so beliebten „Knack“, konnte das sogenannte „Project Snap“ mittlerweile erfolgreich imitieren.

Herkömmlicherweise bestehen Multipack-Joghurtbecher aus Polystyrol (PS). Gegenwärtig gibt es in Großbritannien jedoch keinen Recyclingstrom für PS, und Supermärkte versuchen deshalb, das Material zunehmend aus ihren Produkten zu verbannen. Auf der Suche nach einer nachhaltigen Lösung, begann das Werk von Greiner Packaging in Dungannon im Jahr 2018, Tests mit Polypropylen (PP) durchzuführen.

Einer der Vorteile von PS bestand darin, dass beim Trennen der einzelnen Becher ein lebhafter „Knack“ erzeugt wurde. Diesen Effekt mit PP nachzuempfinden, erwies sich zunächst als schwierig. Im Juli 2020 initiierte Greiner Packaging deshalb „Project Snap“, um den Multipack-Trenneffekt weiterzuentwickeln und zu perfektionieren. Im darauffolgenden Oktober waren die ersten erfolgreichen Probeläufe zur Befüllung der entworfenen Viererpacks aus PP abgeschlossen und die neuen, verbesserten Multipack-Joghurtbecher fanden ihren Weg in die Regale.

Unter den ersten Kunden, die den Wechsel von PS- zu PP-Multipacks umsetzten, war der führende britische Einzelhändler Tesco. Obwohl die Becher mit einem „Knack“ voneinander getrennt werden konnten, bemängelten Kunden in Rückmeldungen an den Händler dennoch, dass das Aufbrechen des Multipacks nicht so einfach war wie zuvor bei den PS-Bechern.

Wir waren gezwungen, Polystyrol aus unserem Verpackungssortiment zu entfernen, und Greiner Packaging hat uns beim Wechsel zu Polypropylen geholfen. Unsere Kunden waren allerdings den einfachen "Knack" der alten Multipack-Joghurtbecher aus PS gewohnt, und wir mussten diese Eigenschaft mit der neuen, recycelbaren PP-Verpackung nachempfinden. Greiner hat diese Entwicklung an vorderster Front vorangetrieben und den PP-Multipack auf unseren Wunsch hin rasch weiterentwickelt, um ihm den gleichen "Knack" wie den PS-Bechern zu verleihen.

Denise Mathieson, Senior Packaging Manager von Tesco

Eine Zeitachse kontinuierlicher Investitionen

Die Weiterentwicklung des Multipacks von PS zu PP erforderte beträchtliche Investitionen, konnte aber schneller als ursprünglich erwartet umgesetzt werden. „Project Snap” stellte schließlich den krönenden Abschluss dieser Reise dar.

Greiner Packaging Dungannon hat über die vergangenen zweieinhalb Jahre viel investiert, um die neuen Multipacks aus PP zur Serienreife zu bringen und sie daraufhin weiterzuentwickeln, um den gleichen befriedigenden "Knack" wie bei ihren Vorgängern zu erzeugen.

Philip Woolsey, CEO von Greiner Packaging UK & Ireland

In Zusammenarbeit mit dem internationalen Spezialisten für Tiefziehen, Kiefel, dem Tiefzieh-Maschinenbauer Illig sowie den Befüllungs- und Verschlussspezialisten Trepko und Clondalkin, begann Greiner Packaging im Februar 2018 mit der Entwicklung eines PP-Multipacks mit vier Bechern, die leicht voneinander zu trennen sein sollten. Nach der Werkzeugausstattung für die Produktion begannen im September 2018 Probeläufe für Befüllung und Verschließen bei einem britischen Molkereiunternehmen. Bis August 2019 waren alle Produktionstestläufe abgeschlossen, und Ende 2019 wurden die neuen PP-Multipacks in den Handel gebracht.

Greiner Packaging beschäftigt sich derzeit intensiv mit dem Einsatz recycelter Werkstoffe wie r‑PET, r‑PS und r‑PP in der Lebensmittelindustrie. Das Ziel ist, in Zukunft größere Mengen an recyceltem Material in der Herstellung von Greiner-Kunststoffprodukten zu verwenden. Ein ganzheitlicher Ansatz in Kombination mit unterschiedlichen Materialoptionen soll dabei rasch zu Ergebnissen führen – unabhängig davon, ob es in einem konkreten Fall um neue materialspezifische Prozessinnovationen oder um die Zulassung für bestimmte Nahrungsmittel geht.

Der nächste Schritt bei Multipack-Joghurtbechern aus Polypropylen wird sein, sie aus recyceltem PP herzustellen. Mechanisch recyceltes PP darf derzeit nur für Non-Food-Verpackungen verwendet werden; eine Zulassung für den Nahrungsmittelbereich ist aber in Vorbereitung. Chemisch recyceltes PP ist zwar für den Kontakt mit Nahrungsmitteln zugelassen, aber leider kaum verfügbar, da es für PP keine Recyclingströme in großem Maßstab gibt. Greiner Packaging ist zurzeit an einem Projekt beteiligt, das sich um die Zulassung von mechanisch recyceltem PP für den Nahrungsmittelbereich bemüht. Am Ende werden wir Einzelhändlern beim Übergang zu einem Werkstoff geholfen haben, der unserem Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft entspricht und dabei dem Verbraucher das gewohnt vergnügliche Erlebnis bietet.

Philip Woolsey, CEO von Greiner Packaging UK & Ireland

Die neuen „Project Snap“ Multipack-Joghurtbecher von Greiner Packaging garantieren eine nachhaltige Zukunft für das beliebte Verpackungsformat.

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