Alternatives Material, Nachhaltigkeit

Fair Plastic aus Indonesien hat sich in ersten Tests bewährt

01.06.2021 | 2 Minuten Lesezeit
Florian Aschermayer

Greiner Packaging beschäftigt sich schon länger mit dem Thema Fair Plastic als Material für seine nachhaltigen Kunststoff-Verpackungen. Mit einem eigenen Team arbeitet man an neuen, innovativen Möglichkeiten und Materialströmen, wie zum Beispiel r-PET von den Phillipinen oder aus Indonesien.

Fair Plastic basiert auf dem Gedanken, die Küstenregionen dieser Welt von Plastikmüll zu befreien und gleichzeitig Materialströme zu sichern: Das Prinzip dahinter ist ebenso einfach wie sozial. Organisationen wie der Kooperationspartner Plastic Bank® initiieren und koordinieren Sammelprozesse des Plastikmülls, dessen Sortierung und Aufbereitung vor Ort, bevor der Transport zur Weiterverarbeitung in neue Kunststoffprodukte bei Produzenten wie Greiner Packaging erfolgt. Das schafft einerseits Bewusstsein für den Wert von Kunststoff, garantiert den Sammlern vor Ort ein sicheres Einkommen und trägt andererseits dazu bei, nachhaltige Verpackungen mit einem verbesserten CO2-Footprint herstellen zu können. Aktuell sind bereits unterschiedliche Recycling-Materialien aus Fair Plastic verfügbar. So etwa r-PET mit Lebensmittelzulassung und r-PP, sowie r-HDPE für Non-Food-Verpackungen, wie z.B. für Reinigungsmittel oder Haushalts-Chemikalien.

Der Mehrwert für die Kunden liegt dabei auf der Hand, bzw. im System: Neben der besseren CO2-Bilanz von recyceltem Material gegenüber fossilen Rohstoffen steht die Müllvermeidung, bzw. die Nutzung von Abfall als wertvolle Ressource im Fokus. Zudem geht es aber auch um soziale Aspekte vor Ort und einen sinnvollen Beitrag zu einer globalen Kreislaufwirtschaft. Schließlich wollen die Kunden heute ebenso nachhaltige wie innovative Verpackungen und ersteres bedingt auch das zweite. Insbesondere r-PET scheint sich hier als Material gut zu bewähren – nicht nur durch die hohe Verfügbarkeit und die Sammelinfrastruktur, sondern auch durch den um fast 50 % geringeren CO2-Fußabdruck im Vergleich zu PET-Neuware. Der Transport von Südostasien fällt dabei emissionstechnisch kaum ins Gewicht – der Umweltvorteil von r-PET gegenüber PET aus Erdöl bleibt weitestgehend erhalten.

Erste Tests und Kundenprojekte mit Fair Plastic am Start

Greiner Packaging hat in einem Testprojekt nun erstmals r-PET aus Indonesien verarbeitet, um 50 ml Flaschen aus bis zu 100 % Fair Plastic herzustellen. Gemeinsam mit dem Kunden ADA Cosmetics wird nun eine 50 ml Flasche mit 50 % Fair Plastic Anteil umgesetzt.

ADA Cosmetics setzt seit mehr als 40 Jahren Standards bei der Entwicklung und Herstellung hochwertiger Pflegeprodukte für die Hotelindustrie und ist dabei seit Jahren Vorreiter in puncto Nachhaltigkeit. Angefangen bei ressourcenschonendem Einsatz nachwachsender Rohstoffe über eine energiesparende, emissionsarme Produktion bis hin zu umweltfreundlichen Verpackungslösungen dreht das Unternehmen an allen möglichen Stellschrauben. Was kleine Portionsfläschchen wie auch Spendersysteme betrifft, so arbeitet der Hersteller vorrangig mit umweltfreundlichem, recycelbarem Kunststoff. Der Anteil an recyceltem Material wird dabei kontinuierlich erhöht.

Das Unternehmen erkennt das Potenzial der Flakons, die aus 50 % Fair Plastic bestehen, und ist von deren Nachhaltigkeitsmehrwert überzeugt. Es ist geplant, diese künftig ins Produktportfolio aufzunehmen und somit die Nachhaltigkeit in Hotels stärker zu fördern.

Recycling von PET-Flaschen ist in Europa inzwischen State-of-the-Art. Der vermeintliche Flaschen-Müll ist zum begehrten Wertstoff geworden. In Entwicklungsländern ist dies leider oft noch nicht der Fall. Vor allem in Küstenregionen, die keine oder eine schlechte Abfallinfrastruktur aufweisen, gelangen PET-Flaschen oft ins Meer. Oftmals gibt es lokal auch keine Absatzmärkte für das gesammelte Material. Wir bei Greiner Packaging unterstützen nicht nur Initiativen, die durch Einbringung der lokalen Bevölkerung diese Abfallinfrastruktur schafft, sondern leisten auch unseren Beitrag, indem wir gemeinsam mit unseren Kunden einen Bedarf für die Rezyklate schaffen.

Florian Aschermayer, Project Manager Circular Economy bei Greiner Packaging

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