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Digitale Rückverfolgbarkeit für optimierte Kunststoff-Kreislaufwirtschaft

10.03.2026 | 4 Minuten Lesezeit

Beim Future Packaging Day lud Greiner Packaging Alice Rackley, CEO von Polytag, einem weltweit führenden Anbieter von Tag- und Trace-Lösungen, ein, Einblicke zu geben, wie digitale Rückverfolgbarkeit Kunststoff-Kreislaufwirtschaften optimieren kann. Ihre Botschaft war klar: Die Verpackungsindustrie befindet sich im Wandel – und Daten sind der Schlüssel, damit dieser Wandel gelingt.

Warum digitale Rückverfolgbarkeit wichtig ist

Brands stehen heute unter steigendem Druck, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und regulatorische Vorgaben einzuhalten. Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) verlangen den Nachweis der Recyclingfähigkeit sowie eine präzise Berichterstattung. Doch sobald Verpackungen in den Abfallstrom gelangen, fehlt den meisten Brands eine ausreichende Nachverfolgung. Diese Datenlücke erschwert es, Compliance nachzuweisen oder Fortschritte in Richtung Kreislaufwirtschaft messbar zu machen.

Rackley betonte, dass das Schließen dieser Lücke entscheidend ist. Digitale Rückverfolgbarkeit liefert die notwendigen Erkenntnisse, um zentrale Fragen zu beantworten:

  • Wo landet Ihre Verpackung?
  • Wie viel davon wird erfolgreich recycelt?
  • Können Sie Ihre Aussagen belegen und Greenwashing vermeiden?

Interview mit Alice Rackley

Alice Rackley erklärt im Interview, wie die digitale Rückverfolgbarkeit Verpackungen transparenter, smarter und nachhaltiger macht.

Wie QR-Codes und unsichtbare UV-Tags Ihre Verpackung besser erkennbar machen

Rackley stellte zwei Technologien vor, mit denen Unternehmen ihre Verpackungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg verfolgen können. Beide lassen sich ohne größere Hindernisse in bestehende Verpackungsprozesse integrieren:

UV-Tags ermöglichen eine präzise Erkennung und Sortierung von Kunststoffen nach Typ und Qualität. Sie werden während des Druckprozesses angebracht. Es ist lediglich eine zusätzliche Farbschicht erforderlich, ohne das sichtbare Design zu verändern. Um die Erkennungsrate im Recyclingstrom zu maximieren und die GS1-Konformität (globale Standards für Produktidentifikation und Datenaustausch) sicherzustellen, wird der Tag über das gesamte Etikett hinweg wiederholt.

Rackley bestätigte, dass diese UV-Tags bereits gemeinsam mit einem weltweit führenden Recycler getestet wurden. Das Ergebnis: Sortieranlagen können lebensmitteltaugliche von nicht lebensmitteltauglichen Kunststoffen unterscheiden und sogar verschiedene Materialgenerationen identifizieren. Das liefert überprüfbare Recyclingdaten und reduziert das Risiko von Greenwashing.

QR-Codes gehen über herkömmliche Barcodes hinaus und fungieren als „endloses digitales Etikett“. Rackley zeigte QR-Codes, die Nachhaltigkeitsinformationen bereitstellen und jederzeit aktualisiert und in mehreren Sprachen angezeigt werden können. Scannt beispielsweise ein Verbraucher ein Produkt in Spanien, erscheinen die Inhalte auf Spanisch. Nimmt er dasselbe Produkt in ein anderes Land mit, zeigt derselbe QR-Code automatisch die Informationen in der jeweiligen Landessprache an.

QR-Codes liefern zudem Engagement-Analysen und geben Marken wertvolle Einblicke in das Verbraucherverhalten. Beide Ansätze sind auf Einfachheit ausgelegt: UV-Tags erfordern nur eine geringfügige Anpassung im Druckprozess, während QR-Codes über ein digitales Dashboard generiert und verwaltet werden können.

Vertrauen und Compliance stärken

Rackley betonte, dass diese Technologien nicht nur technische Upgrades sind, sondern strategische Instrumente, um EPR-Anforderungen zu erfüllen. Regierungen ziehen sogar Anreizsysteme für Marken in Betracht, die in Recyclingfähigkeit und Rückverfolgbarkeit investieren. Durch die Einführung von UV-Tags und QR-Codes können Unternehmen ihr Engagement belegen und Vorwürfen des Greenwashings vorbeugen.

Abschließend fasste Rackley zusammen: Digitale Rückverfolgbarkeit ist mehr als nur Compliance – sie ist ein Weg, die eigene Marke zukunftssicher zu machen und messbare Wirkung zu erzielen.

„Wenn wir wissen, was nach der Nutzung mit Verpackungen geschieht, können wir bessere Systeme entwickeln und Nachhaltigkeit messbar machen“

Alice Rackley, CEO von Polytag

Interview mit Alice Rackley

 

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