Zurück | 26.03.2020

Packaging 2030 – Vision und Realität

Kommentar von Stephan Laske, R&D Director bei Greiner Packaging, zu den Chancen und Herausforderungen einer Kreislaufwirtschaft.

In jeder Herausforderung steckt eine Chance. Dass das so ist, beweist auch der Umgang der gesamten Kunststoffbranche mit dem Thema Kreislaufwirtschaft. Einem anfänglichen Schrecken ist Aufbruchsstimmung gefolgt, das Streben nach (nachhaltigen) Innovationen wurde zusätzlich angekurbelt.

Wo ein Wille ist, ist aber (noch) nicht immer ein Weg. So ist der Einsatz von Recyclingmaterialien für Lebensmittelverpackungen (Ausnahme r-PET) aktuell noch nicht erlaubt. Gleichzeitig gibt es technische Limitierungen, aufgrund derer die Verwendung von Recyclingmaterialien für gewisse Anwendungsfälle auszuschließen ist (etwa r-PET bei Joghurtbechern). Zu diesen technischen und juristischen Faktoren kommen monetäre Aspekte – die Nachfrage nach Rezyklaten beeinflusst den Bedarf an konventionellen Kunststoffen und wirbelt bestehende Preismodelle auf.

Bei Greiner Packaging gehen wir ganzheitlich an das Thema Kreislaufwirtschaft heran: Wir setzen Rezyklate zur Produktion unserer Verpackungen ein (soweit juristisch erlaubt und technisch sinnvoll) und entwickeln unsere Produkte auf höchste Recyclingfähigkeit hin. So sehr wir eine Kreislaufwirtschaft vorantreiben wollen, so dürfen wir dennoch nicht folgenden Zielkonflikt außer Acht lassen: in manchen Fällen kann mehr Recycling einen höheren CO2-Ausstoß bedeuten. Auch hier ist also eine Betrachtung des großen Ganzen sinnvoll.

 

Was das Thema Bio-Kunststoffe angeht, sollte ebenfalls ein gesundes Maß an Vernunft an den Tag gelegt werden. Ist ein Material nachwachsend oder kompostierbar ist das wunderbar. Kann es jedoch nicht richtig verarbeitet werden oder mit den essentiellen Eigenschaften von Kunststoffen aus fossilen Quellen mithalten, ist ihr Einsatz zu hinterfragen.

Ausschlaggebend für ein funktionierendes Zusammenspiel der gesamten Werkstoffkette wird ein breiter Austausch sein. Greiner Packaging etwa ist Teil des Kunststoffclusters sowie zahlreicher weiterer Plattformen. Erst durch derartige Vernetzung kann eine funktionierende und nachhaltige Kreislaufwirtschaft entstehen – gemeinsam.