Nachhaltigkeit, Alternatives Material, Kreislaufwirtschaft

Vielfalt ist entscheidend: mit Recyclingmaterialien

28.06.2021 | 2 Minuten Lesezeit
Konrad Wasserbauer

In puncto Materialien setzt Greiner Packaging auf Diversität. Materialvielfalt ist ein wichtiger Hebel zur Zielerreichung, bis 2025 möglichst viel Recyclingmaterial in alle Produkte zu integrieren.

Deshalb war der Großteil des Nachmittags am ersten Tag der virtuellen Innovation Days 2021 auch verschiedenen Materialien zur Verpackungsproduktion gewidmet – darunter (r-)PP und (r-)PET, mit denen sich der nachfolgende Artikel befasst.

Die Zukunft mit nachhaltigen Kunststoffmaterialien verpacken

Wir bei Greiner Packaging haben verstanden, dass es Innovation braucht, um Kunststoffverpackungen nachhaltig zu machen. Dies betrifft vor allem zwei Aspekte, bei denen wir als Converter eine entscheidende Rolle spielen: Der erste Schwerpunkt liegt auf „Design for Recycling“, der zweite stellt die Verwendung von Recyclingmaterialien zur Herstellung unserer Produkte dar.

„Derzeit beträgt die jährliche Nachfrage nach Kunststoff in Europa etwa 15 Millionen Tonnen, wovon 40 % auf Kunststoffverpackungen entfallen. Etwa ein Drittel dieser Menge wird recycelt. Das heißt, pro Jahr werden in Europa durchschnittlich 5 Millionen Tonnen Rezyklate hergestellt. Davon wiederum wird rund ein Viertel wieder für Verpackungen verwendet. Auf Basis dieser Zahlen und mit der Vision eines geschlossenen Kreislaufs beim Recycling – das bedeutet, von der Verpackung zurück zur Verpackung – erkennen wir die Dimension der noch bestehenden Lücke sowie die Länge des vor uns liegenden Weges und die zentrale Bedeutung von Verhaltensänderung und Innovation. Dabei geht es in diesem Kontext nicht um Kunststoffvermeidung, sondern darum Kunststoffabfall drastisch zu reduzieren. Denn wir sind davon überzeugt, dass sich Kunststoff als die nachhaltigste Lösung für viele unserer Anwendungen erweist und somit das vorherrschende Material bleiben wird. Daher möchten wir eine faire und effektbasierte Diskussion anregen, welche auch Nahrungsmittelabfälle, CO2-Fußabdrücke und sämtliche andere Aspekte beinhaltet, die Verpackungen betreffen“, so Florian Aschermayer, Global Senior Project Manager Circular Economy bei Greiner Packaging und Konrad Wasserbauer, Circular Economy Director bei Greiner Packaging.

Reduce, reuse, recycle

„Wenn es um die Vermeidung von Kunststoffabfällen geht, haben wir die klare Aufgabe, die grundlegenden Prinzipien der Abfallhierarchie zu befolgen – einfach ausgedrückt: Reduzieren, wiederverwenden und recyceln.

Dabei gibt es mehrere Optionen für das Ende eines Lebenszyklus‘. Die erste wäre die Vermüllung oder Deponierung, die wir unbedingt vermeiden müssen. Ein großer Anteil wandert auch in die thermische Verwertung, was auf jeden Fall besser ist, als das Material zu deponieren. Doch in diesem linearen Modell verlieren wir das Material im Strom. Idealer ist es daher, den Kreislauf zu schließen. Eine Möglichkeit dafür ist das mechanische Recycling, das mit dem Sammeln und Sortieren der Verpackungsabfälle beginnt, aber eine gewisse Volumenreduktion voraussetzt, bevor daraus eine neue Verpackung hergestellt werden kann.  Für manche spezielle Materialien, wie PET, ist es hier möglich, lebensmitteltaugliches Material zu erhalten."

„Eine Alternative dazu sind chemische Recyclingtechnologien, die wir langfristig als Ersatz für die thermische Verwertung und als Ergänzung zum mechanischen Recycling sehen. Die Materialqualität ist im Wesentlichen identisch zu Neumaterial, da es sich um die gleichen Monomere handelt. Aus diesem Grund haben wir auch die gleichen Lebensmittelzulassungen.“

 

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Den Kreislauf schließen mit r-PET

In einer weiteren recyceltem PET (r-PET) gewidmeten Session diskutierten Peter Fessl und Günther Pahlitzsch, r-PET-Experten bei Greiner Packaging, über das Material, seine Recycelbarkeit und Verfügbarkeit.

Sie erklärten, dass PP, PS und PET die drei Neumaterialien für Nahrungsmittelverpackungen sind und dass PP für die meisten Kunden von Greiner Packaging das Material der Wahl ist, während PET in Märkten wie der Molkereiindustrie praktisch keine Verwendung findet.

„Bisher gab es eine klare Zuordnung bestimmter Verpackungsmaterialien zu spezifischen Nahrungsmittelmärkten: PS für Molkereiprodukte; PP für Molkereiprodukte und sonstige Food-Verpackungen; und PET für Non-dairy Produkte wie Salate, Feinkost, Aufstriche und natürlich auch Trinkflaschen. Aber das ändert sich jetzt, und der Motor für diesen Wandel ist die Recyclingfähigkeit."

PET ist auf jeden Fall der Recycling-Pionier, da es einfach zu recyceln und in Lebensmittelqualität erhältlich ist. Ausgelöst wird diese Entwicklung durch das Ziel der Zirkularität und den Wandel von linearer zu zirkulärer Wirtschaft. Die bereits gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass mechanisches Recycling von Kunststoffen auch in Lebensmittelqualität möglich ist.

Peter Fessl, Business Unit Manager r-PET

„Bisher war r-PET nicht für die Verwendung im Milchprodukte-Bereich geeignet, da hier hocherhitzter Dampf zur Sterilisation von Bechern vor der Abfüllung einsetzt wird. Greiner Packaging hat jedoch einen neuen PET HTS® Becher entwickelt, der hitzebeständig bis zu den Sterilisationstemperaturen in Molkereiabfüllanlagen ist. Über die Anwendung für Milchprodukte hinaus ist diese Innovation auch für Lebensmittelanwendungen wie Trockensuppen oder Fertiggerichte, die vor dem Verzehr mit kochendem Wasser aufgefüllt werden, nützlich.“

 

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Die r-PP Challenge

In einer den Herausforderungen rund um recyceltes Polypropylen (r-PP) gewidmeten Session gaben Florian Aschermayer und Konrad Wasserbauer ein Update zur gegenwärtigen Situation bei r-PP und diskutierten über die Vorteile von mechanisch recyceltem r-PP. Dabei präsentierten sie nicht nur bereits umgesetzte Projekte, sondern betrachteten auch die Materialverfügbarkeit und gaben einen Ausblick, wie Greiner Packaging die Zukunft von r-PP sieht.

Als Beispiel für die Verwendung von mechanisch recyceltem r-PP wurde die K3® Waschmittelbox vorgestellt, die Greiner Packaging für Henkel produziert und die zu 50 % aus r-PP besteht. Zum Thema chemisches Recycling wurden zwei Anwendungsbereiche vorgestellt: Becher und Deckel für KnorrTM Bouillonpulver von Unilever, die zu 100 % aus ISCC-zertifiziertem zirkulären PP hergestellt werden, sowie einen Becher für eine Schweizer Molkereimarke, der 30 % ISCC-zertifiziertes chemisch recyceltes PP enthält.

Chemisches Recycling von PP ist auf lange Sicht ein Ersatz für die thermische Verwertung und eine Ergänzung zu mechanischem Recycling. Die meisten PP-Hersteller arbeiten bereits an entsprechenden chemischen Verfahren und die ersten Anlagen sind schon in Betrieb. Die Materialqualität ist dabei identisch zu Neumaterial und die Inbetriebnahme der ersten Werke im globalen Maßstab ist bis 2025 zu erwarten.

Konrad Wasserbauer, Global Director Circular Economy

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